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Einführung

HEMA GLOSSAR
Die Hut (auch Lager oder Leger) ist eine Grund- bzw. Ausgangsstellung im mittelalterlichen Fechten. Dem Begriff der Huten entstammt sehr wahrscheinlich die Redewendung „auf der Hut sein“.


Quelle - Cgm_582 (1r) Es ist zu sehen, wie im allgemeinen alle Fechter, oder alle Menschen die ein Schwert in Händen haben, auch wenn sie unwissend sind über die Fechtkunst, sich folgender sieben Huten bedienen, zu denen wir sieben Verse haben:
Sieben Huten gibt es, unter dem Arm die anfängliche,
der rechten Schulter ist die zweite zugeteilt, die dritte der linken,
dem Kopf gib die vierte, gib der rechten Seite die fünfte,
der Brust gib die sechste, als letzte sei dir der Langort.

(1v) Merke, dass der ganze Kern der Fechtkunst in dieser letzten Hut besteht, die Langort genannt wird. Dazu werden alle Aktionen der Verteidigung oder des Schwertes in ihr abgeschlossen, d. h. sie enden in ihr und nicht in anderen. Daher bedenke diese obengenannte Hut als erste gut.
Es sind drei, die 'vor' gehen, die übrigen kommen 'nach'.
Diese sieben Teile werden (auch) von den Gemeinen ausgeführt,
(doch) Pfaff Liutger hat Gegenmittel und Methode.

Drey Wunder Infos
Huten sind Haltungen welche im Laufe eines Kampfes eingenommen werden. Ein Hut kann als Ausgangspunkt für den Beginn eines Angriffs eingenommen werden, kann aber auch als Endpunkt einer weitere Aktion sein. 
Im weiteren Unterpunkten werden alle Positionen dargestellt, die im Quelle entweder als Hut (custodia) oder als Versatz (obsessio) genannt werden. Anbinden gilt nicht als Versatz.
Strukturaufbau: Eine Hut und ein passender Versatz, bzw. eine Anbindung, starten den Kampf. Danach kommen als weitere Aktionen vor: Schlag, Stich, Durchtreten, Trennung von Schwert und Schild, Schildschlag, Stichschlag, Ergreifen des Schwerts, Ringen.