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Die vier Blößen

HEMA GLOSSAR
Einteilung der gegnerischen Körper mit zwei gedachten Halbierungslinien durch Hüfte (horizontal) und Kopfmitte (Vertikal).  So ergeben sich vier Blößen: oben und unten recht, oben und unten links. Diese Blößen werden auch als Ungedeckte Körperpartien, d.h. offene, angreifbarer Stellen während des Gefechtes verstanden.

Quelle - MS 3227a (28r) 
Vier Blößen wisse zu nehmen,so schlägst Du gewisse, alle Vier. Ohne Zweifel, (egal) wie er sich gebärdet.
(25r) Hier merke, dass Lichtenauer den Menschen in vier Teile teilt. (…) er macht einen Strich von dem Scheitel vorne (…) nieder an seinem Leib bis (…)
zwischen seine Beine und den anderen Strich bei dem Gürtel (…)über den Leib. So werden (es) vier Viertel. Ein rechtes und ein linkes über dem Gürtel und genau so(…) unter dem Gürtel. Das sind die vier Blößen, der hat jegliche ihr besonderes Gefecht.

Quelle - MS Dres.C. 487 (22vVier Blößen wisse zu nehmen, so schlägst Du gewisse, alle Vier. Ohne Zweifel, (egal) wie er sich gebärdet.
(22v-23r) Hier sollst Du Dir die vier Blößen an dem Mann merken, dass Du diesen immer zufechten sollst. Die erste Blöße ist die rechte Seite, die Andere ist die linke Seite, oberhalb des Gürtels des Mannes.
Die anderen Zwei sind die rechte und die linke Seite unterhalb des Gürtels. Diese Blößen nehmen eben wahr, in dem Zufechten. Mit welcher Blöße er sich gegen Dich entblößt. Diese greife künstlich ohne Gefahr an. Mit dem Einschießen des Langen Ortes, mit Nachreisen und sonst mit allen Gefechten. Und achte nicht darauf, wie er sich mit seinen Gefechten gegen Dich verhält.So fechtest Du sicher und schlägst Schläge daraus, die sehr trefflich sind und lässt ihn damit nicht zu seinen Stücken kommen.

Quelle - MS Germ.Quart.2020 (2r und 2vDie vier Blößen Vier Blößen wisse zu nehmen, so schlägst Du gewiss ohne alle Gefahr, ohne Zweifel wie er (sich) gebärdet.
(15r) Wer ein Meister des Schwerts sein will, er soll wissen, wie man die vier Blößen mit Kunst suchen soll, (wenn) er gegen Andere richtig und sicher fechten will. Die erste Blöße ist die rechte Seite, die Andere die Linke oberhalb des Gürtels des Mannes.Die anderen zwei Blößen sind die rechte und die linke Seite unterhalb des Gürtels. Auch gibt es zwei Wege daraus, wie man die Blößen suchen muss, Zum mit Einschießen des Langen Ortes und mit Nachreisen suche die Blößen Ersten soll man sie aus dem Zufechten suchen, mit Nachreisen und mit Einschießen des Langen Ortes. Zum Anderen soll man sie mit den acht Winden suchen, wenn Einer dem Anderen an Schwert gebunden (hat). Das sollst Du also verstehen. Wenn Du mit dem Zufechten zu ihm kommst, dass Du immer mit einem Hau oder mit einem Streich, ohne alle Furcht einen der vier Blößen angreifen sollst, die Du am besten erreichen kannst. Und achte nicht auf das, was er gegen Dich treibt oder fechtet. Damit zwingst Du den Mann, dass er Dich versetzten muss. Und wenn er versetzt hat, so suche bald in der Versatzung mit dem Winden am Schwert die nächste Blöße und greife immer die Blößen des Mannes an und fechte nicht zu dem Schwert …

Quelle - Cgm_582  (10v) Vier sind der Zinnen die Du sollst gewinnen. Der Wache nimmt wahr, so sie sind in Gefahr Hier lehrt der Meister, dass Du im Zufechten, so Du zu dem Mann kommst, sollst Du dem Mann nicht nach dem Messer hauen, sondern Du sollst fleißig die vier Zinnen nehmen. Die erste, das die die rechte Seite oberhalb des Gürtels. Die Andere die linke Seite auch oberhalb des Gürtels Die Anderen zwei sind unterhalb des Gürtels des Mannes Nimm Dir von den Zinnen eine vor und achten nicht was er gegen Dich ficht. Hau dar künstlich, versetzt er Dir dann, so hau schnell zu der anderen Zinne, der nächsten Blöße, die Du gehaben magst, etc.