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Grundschule - Initium


SYSTEM

TRES-GRADUS-METHODUS


Zu jedem Fachbereich oder Kapitel (wie  z.B. Huten) gehören praktische Übungen (Exercitium) dazu. Nach unserem System also folgende drei:

Exercitium I
Exercitium II
Exercitium III

Diese drei werden dann wiederum in drei Unterkategorien (Gradus) eingeteilt.

Gradus Primus:

Für die einzelnen Stufen gibt es unterschiedliche Auslegungen. Zum Beispiel in Huten: Hier werden die angewandten Techniken in langsamer, bewusster Weise geübt. In der Regel im Stand um sich „nur“ auf die Hände, Arme und die Waffe konzentrieren zu müssen.

Gradus Secundus:

Für die einzelnen Stufen gibt es unterschiedliche Auslegungen. Zum Beispiel in Huten: Techniken können jetzt in höherer Geschwindigkeit und größerem Druck geübt werden. Es kommt auch ein sogenannter „Wechselschritt oder Shuffle“ dazu. Dabei wird der hintere Fuß zuerst an den vorderen gebracht  und der bisher vordere nach hinten.

Gradus Tertius:

Für die einzelnen Stufen gibt es unterschiedliche Auslegungen. Zum Beispiel in Huten: Stufe für fortgeschrittene Fechter. Techniken werden druckvoll und kontrolliert ausgeführt, oft im Passgang oder in freier Bewegung mit Partner in korrekte Mensur.

Darüber Hinaus steht unsere TRES-GRADUS-METHODUS ebenso für einen Grundsätzlichen und für uns sehr wichtigen Lernprozess in die Sportmotorik. Es gibt hier unterschiedliche Modelle, wir benutzen das 3-Phasen-Modell nach MEINEL als guten Kompromiss zwischen Verständlichkeit und wissenschaftlichem Anspruch.

1. Phase (Gradus Primus): Grobmotorik.

In der ersten Phase geht es darum, die Bewegungskoordination an sich zu erlernen. Sei es ein Schritt, ein Hieb oder später die Kombination dieser Bewegungen, in der ersten Phase muss der Körper lernen, welche Muskeln er wann anspannen soll, welche er entspannen muss, usw. Die "Verspannung", die wir so oft bei Anfängern beobachten können, benutzt der Körper, um den Bewegungsspielraum einzelner Gelenke einzuschränken und damit weniger Reize verarbeiten zu müssen. Sie ist daher ein natürlicher Prozess, den man aber auch kontrollieren muss.

2. Phase (Gradus Secundus): Feinmotorik

In der zweiten Phase wird die Bewegung verfeinert, d.h. die Abläufe werden über kinästhetische Rückmeldungen "verinnerlicht". Wesentlich hierbei ist, dass in dieser Phase vor allem die Abläufe im "Inneren" verfeinert werden -also das intermuskuläre Zusammenspiel, usw. Die Afferenzen und Reafferenzen durch die "Außensensoren" (visuelle, akustische und taktile Reize) wirken sich hier eher störend aus, weil der Körper sie noch nicht direkt einfließen lassen kann.

3. Phase (Gradus Tertius): Perfektionierung

In der dritten Phase wird die Bewegung schließlich soweit beherrscht, dass der Körper in der Lage ist, nun auch die äußeren Einflüsse in Betracht zu ziehen. In dieser Phase wird vor allem die Antizipation wichtig, d.h. das angestrebte Ergebnis ist wichtiger als die Bewegung an sich. Diese kann nun auch verändert werden, wenn äußere Einflüsse dies notwendig machen, um das Ergebnis zu erzielen.
Basierend auf diesem Modell gehen wir im Training bei neuen Bewegungsabläufen in folgende Art und Weise vor:
1. Phase Grobmotorik: zuerst wird mit Partner als Dummy (er handelt also gar nicht oder kooperativ) den Ablauf geübt.
2. Phase Feinmotorik: Wenn das halbwegs funktioniert, wird der Ablauf alleine geübt, wobei es auch darum geht, den Bewegungsfluss an sich zu erlernen (wenn ich ständig an ein Schwert oder einen Körper gerate, kann ich den Hieb z.B. nie durchziehen).
3. Phase Perfektionierung: Dann geht’s wieder zurück zum Partner, der sich diesmal aber auch verteidigen darf. Wir könnten bisher beobachten, dass selbst in diesem stark zeitlich komprimierten Modell die Lernkurve deutlich steiler ist als in einem "traditionelleren" Ablauf mit dem Schwerpunkt auf Wiederholung, denn zuerst muss ich eine Bewegung "verinnerlicht" haben, dann aber lernen, sie an die äußeren Umstände anzupassen.


Explanatio

Begriffserklärung


Currriculum = Das Curriculum (Plural Curricula; aus lateinisch: Wettlauf, Umlauf, Kreisbahn, Lauf) ist ein Lehrplan oder Lehrprogramm, das auf einer Theorie des Lehrens und Lernens (Didaktik) aufbau Tres gradus methodus = Tres=Drei + Gradus=Stufen + Methodus=System / „Drei-Stufen-System“ Exercitium = Übung, eifrige Beschäftigung Gradus = Stufe Primus = erster, der erste, der vorderst Secundus = der zweite, der folgende Tertius = dritter, der dritte Explanatio = Auslegung, Erläuterung, Erklärung Initium = Anfang, Beginn, Anfangsgründe Novicius  = Neuling, Novize Prolog = Vorwort, Vorrede Mutatio =  Veränderung, Wechsel Discipulus = Schüler Magister = Lehrer


Initium

Novicius - erstes Training - Hinweise


Prolog

Starthilfe für einen absoluten Neuanfänger ohne nennenswerte Vorkenntnissen in fechterischen Bereich. Unterwiesen wird diese Novicius  in der ersten 90-minütigen Trainingseinheit in den folgenden Bereichen in dieser Reihenfolge:


Grundschritte

1. Stand & Schritte:  ganze-, halbe-, Nachstellschritte.

2. Kombination der eben erlernten Schritte:  Mensurlaufen & Sprechfenster. Körperhaltung.

3. Dolchhaltung: richtiges Greifen. Dolch: Einteilung, Terminologie. Fechterisches Grundprinzip: Arbeiten zu den Blößen.

4. Huten und Grundangriffe: Die Grundhuten Vom Dach, Ebich, Untere Hut, Freie Hut, Zwiffelstich. Mittlere Hut und beide Beyleger Obere gewappnete Hut und Untere gewappnete Hut. Alle vier Grundangriffe mit beiden Griffarten.

5. Die Grundparaden:  Grundparaden, Blöcke DgD (Dolch gegen Dolch) alle vier Angriffsrichtungen. Gradus Primus als Pflicht, je nach Fortschritt auch Gradus Secundus.

Hinweis Je nach Vorkenntnissen des Schülers (Körperbeherrschung, Sportlichkeit, intellektuelle Aufnahmefähigkeit, fechterischer Verstand) und der Intensität der Rückfragen sind diese Grundkenntnisse in 90 Minuten vermittelbar. Mindestens sollten aber die Schritte 1.-4. abgehandelt werden.


Kapitel  I

Stand, Schritte, Handling, Mensur


Stand

Der Oberkörper ist grade aufgerichtet. Die Grundstellung ist etwas mehr als Schulterbreit, die Knie sind leicht gebeugt. Der vordere Fuß zeigt  idealer Weise in Richtung des Gegners. Der hintere Fuß ist ca. 45 Grad nach vorne ausgerichtet.


Grundschritte

1. Ganzer Schritt vorwärts - der hintere Fuß wird mit einem Schritt vorn abgesetzt die Auslage ändert sich die Grundstellung ist wieder eingenommen- und rückwärts – der vordere Fuß wird hinten mit einem Schritt abgesetzt und die Auslage ändert sich die Grundstellung ist wieder eingenommen.

2. Halber Schritt vorwärts - der vordere Fuß wird nach vorne „geschleudert“ der hintere zieht dann nach die Auslage bleibt erhalten die Grundstellung ist wieder eingenommen. Halber Schritt rückwärts - der hintere Fuß wird nach hinten „geschleudert“ der vordere Fuß zieht dann nach die Auslage bleibt erhalten die Grundstellung ist wieder eingenommen.

3. Nachstellschritt vorwärts - der hintere Fuß wird hinter dem vorderen abgesetzt (90 Grad) und der vordere Fuß wird danach nach vorne abgesetzt (Reihenfolge beachten) die Auslage bleibt erhalten die Grundstellung ist wieder eingenommen. Nachstellschritt rückwärts – der vordere Fuß wird nach hinten gezogen und vor dem hintere Fuß abgesetzt (90 Grad), der hintere  Fuß wird danach nach hinten abgesetzt (Reihenfolge beachten) die Auslage bleibt erhalten die Grundstellung ist wieder eingenommen.


Teilung des Dolches

Fassen des Dolches

Erklärung der beiden Möglichkeiten der Dolch zu halten:

Dolch kurz fassen – auch unter „Eispickel-Haltung“ oder einfach „Dolchhaltung„ bekannt. Dabei zeigt der Pommel nach Oben und der Klinge nach unten. Besonders gut geeignet Angriffe von Oben nach unten zu führen.

Dolch lang fassen – auch unter „Messerhaltung“ bekannt. Dabei zeigt der Pommel nach Unten und der Klinge nach Oben. Besonders gut geeignet Angriffe von Unten nach Oben zu führen.


Mensur

Die Mensur ist der Abstand der beiden Fechter voneinander. Man unterscheidet enge (auch Todeszone genannt), normale und weite Mensur. Die Weite der Mensur ist abhängig von den körperlichen Fähigkeiten der Fechter. Im Allgemeinen ist die normale Mensur der Abstand, in dem beide Fechter mit einem Schritt treffen können.


Explanatio

Phasen des Fechtens


  1. Zufechten
    Unter dem Zufechten verstehen wir die weite Mensur in der beide Kontrahenten sich belauern und noch nicht direkt erreichen können. Dabei können beide Kontrahenten Huten einnehmen und flüssig zwischen diese Huten hin- und herwechseln. Das Zufechten wird dann mit einem Angriff und einem entsprechenden Schritt des Attackierenden ausgeführt.
    Falls es zu einem Treffer kommt wird der II. Punkt die Handarbeit / Krieg übersprungen und der Angreifer arbeitet mit dem Abzug weiter.


  1. Handarbeit / Krieg
    Falls der Angegriffene jedoch erfolgreich versetzt (pariert) kommt es meistens zu einer Bindung der Hände und/oder Klingen und damit zur Handarbeit. Diese ist auch als „Krieg“ benannt und bezeichnet das Winden am Gegner.
    Es geht dabei darum zu spüren wann und wo sich der Druck an den gebundenen Arme, Hände und Klingen verändert und daraus einen Vorteil zu gewinnen: „Ist der Gegner hart sei weich und ist der Gegner weich sei hart „

  2. Abzug
    Sobald ein Angriff erfolgreich war und man den Gegner verletzt hat soll man sich schnell Abziehen damit man nicht Gefahr läuft doch noch vom Verwundeten getroffen zu werden und somit all sein Vorteil verliert. Dies macht man meistens mit einem Schritt weg vom Gegner und einem automatischen einnehmen einer Hut, die sowohl schützt als auch bedroht. Dabei ist zu beachten möglichst den eigenen Dolch zwischen den Gegnerischen Dolch und den eigenen Leib zu bekommen.

Kapitel  II

Huten


Prolog

Huten (auch Lager oder Leger) sind Ausgangsstellungen bei der Abwehr/Angriffen im mittelalterlichen Fechten. Letztendlich ist jede Position des Dolches eine Hut oder Lager. Es gibt 6 Haupthuten. Dazu kommt eine unterschiedlich große Anzahl von Beylegern (weitere Huten).

Kurzliste:

Haupthuten
-Vom Dach
-Ebich
-Untere Hut
-Freie Hut
-Zwiffelstich
-Mittlere Hut
Beylegern – weitere Huten
-Obere gewappnete Hut
-Untere gewappnete Hut


Haupthuten

Bezeichnung

Alternativ

Erklärung

Vom Dach

Tag
Vom Tag

Die Hut Vom Tag ist für den Stich von Oben gedacht. Dolch kann dabei kurz oder aber auch lang gefasst werden. Freie Hand entweder leicht nach vorne gestreckt oder an der Seite. Der vordere Fuß zeigt wie üblich in Richtung des Gegners, der hintere im Winkel von etwa 45 Grad nach hinten. Gewicht ruht mehr auf dem vorderen Bein.





Bezeichnung

Alternativ

Erklärung

Ebich


Der Stand ist breit und relativ tief, der vordere Fuß zeigt wie üblich in Richtung des Gegners, der hintere im Winkel von etwa 45 Grad nach hinten. Gewicht mehr auf dem hinteren Bein. Oberkörper ist leicht zur Seite gedreht, Dolch wird relativ tief und Körpernah mit Ortausrichtung zum Gegner ausgeführt.




Bezeichnung

Alternativ

Erklärung

Untere Hut


Linke Fuß vorn, Knie leicht gebeugt, der vordere Fuß zeigt wie üblich in Richtung des Gegners, der hintere im Winkel von etwa 45 Grad nach hinten. Gewicht ruht mehr auf dem vorderen Bein. Der Dolch wird seitlich in etwa Hüfthöhe mit Ortausrichtung zum Gegner gehalten. Freie Hand entweder leicht nach vorne gestreckt, an der Seite, oder vor der eigene Körper.





Bezeichnung

Alternativ

Erklärung

Freie Hut

fryen hutt, Die freie Hut

Stand Schulterbreit, (zu breite Stand macht reaktionsträge) leicht gebeugte Knie. Wir stehen frontal zum Gegner, Füße sind parallel auf eine Linie oder leicht versetzt. Dolch wird mit leicht angewinkeltem Arm direkt quer vom eigenen Körper ein wenig unter der Hüfthöhe gehalten. Der Hut hat einen abwartenden Charakter.





Bezeichnung

Alternativ

Erklärung

Zwiffel-
stich

zwiffelstich, Der Zweifelstich

Stand ein wenig mehr als Schulterbreit, linke Fuß leicht nach vorne gesetzt, Knie leicht gebeugt, der vordere Fuß zeigt wie üblich in Richtung des Gegners, der hintere im Winkel von etwa 45 Grad nach hinten. Gewicht ruht mehr auf dem vorderen Bein. Der Dolch wird mit der Ort mit beiden Händen hinter den Rücken gehalten. Der Gegner soll darüber in Unklarheit gelassen werden, mit welcher Hand der Angriff erfolgt.






Bezeichnung

Alternativ

Erklärung

Mittlere Hut


Stand Schulterbreit, Gewicht auf beiden Füßen gleichmäßig verteilt. Linke Fuß leicht nach vorne gesetzt, Knie leicht gebeugt, der vordere Fuß zeigt wie üblich in Richtung des Gegners, der hintere im Winkel von etwa 45 Grad nach hinten. Der Dolch wird in etwa auf Bauchhöhe vor dem Körper gehalten und nach vorne geschoben. Bei Joachim Meyer (Gründtliche Beschreibung des Fechtens) sind „Mittlere Hut“ und „Seitliche Hut“ dasselbe.



Beylegern – weitere Huten

Bezeichnung

Alternativ

Erklärung

Obere gewapp-nete Hut


Rechte Fuß vorn, Knie leicht gebeugt, der vordere Fuß zeigt wie üblich in Richtung des Gegners, der hintere im Winkel von etwa 45 Grad nach hinten. Gewicht ruht mehr auf dem vorderen Bein. Der Dolch wird mit beiden Händen, über den Kopf gehalten. Die rechte Hand ruht auf Pommel, linke Hand auf Heft. (Dies kann je nach Quelle variieren)





Bezeichnung

Alternativ

Erklärung

Untere gewapp-nete Hut


Linke Fuß vorn, Knie leicht gebeugt, der vordere Fuß zeigt wie üblich in Richtung des Gegners, der hintere im Winkel von etwa 45 Grad nach hinten. Gewicht ruht mehr auf dem vorderen Bein. Der Dolch wird in etwa auf Bauchhöhe mit beiden Händen vor dem Körper. Die linke Hand fasst das Heft, rechte Hand der Pommel.





Exercitium I

Gradus Primus: alle 6 Grundhuten in Stand einnehmen sowohl Links wie auch Rechts
Gradus Secundus: alle 6 Grundhuten mit Wechselschritt (hintere Bein zuerst an vordere) gemischt einnehmen
Gradus Tertius: alle 6 Grundhuten in freie Bewegung mit Partner gemischt einnehmen

Exercitium II (Hutenlauf – flüssige Übergang zwischen Huten)

Bei diesen Übungen trainieren wir  den flüssigen Wechsel von einer Position zur anderen.

Gradus Primus: alle bekannte Huten in Passgang
Gradus Secundus: alle bekannte Huten Passgang. Abfolge wie bei Gradus Primus nur werden einige Huten „dupliert“, also doppelt mit beiden Seiten ausgeführt.
Gradus Tertius:  alle bekannte Huten. Abfolge wie bei Gradus Secundus aber in freie Bewegung mit Partner in ideale Mensur.


Kapitel  III

Angriffsrichtungen und Stiche


Prolog

Stiche sind  eine die gefährlichste Einsatzweise des Dolches. Ihre Gefährlichkeit liegt in geringe Kraft- und Bewegungsaufwand, der für einen erfolgreichen Stich Notwendig sind. Stiche sind für den Gegner nur sehr schwer zu erkennen und leicht anzutäuschen. Schnittbewegungen als Angriff werden in Grundschule des Dolchkampfes nicht –oder nur sekundär- angewendet.
Es gibt 4 Grundstiche, zwei aus der „unteren Hängen“ und zwei aus der „oberen Hängen“.
In Grundschule arbeiten wir demnach mit 4 Winkeln. Diese Winkel definieren die Bahn der Stiche zum Gegner. Dabei spielt es zunächst für eine Abwehr keine Rolle mit welcher Hand der Gegner dieser Angriff führt (linke oder rechte Hand) oder mit welche Fassart (kurz gehalten oder lang gehalten) er agiert. Allerdings können nicht alle Angriffspunkte sinnvoll mit einer bestimmten Fassart angegriffen werden.
Punkte 1+2+3 eignen sich bestens für Fassart „Dolch kurz fassen“, Punkt 4 weniger. Punkte 1+4+3 eignen sich bestens für Fassart „Dolch lang fassen“, Punkt 2 weniger.

So gesehen ergeben sich insgesamt 6 sinnvolle Angriffspunkte in unsere Grundschule. Stiche können im Prinzip aus jeder der bekannten Huten gestartet werden wobei auch hier einige Huten bessere Voraussetzungen für einen erfolgreichen Angriff bieten.















Erste Stich


Zweite Stich


Von rechts oben, Fassart primär: kurz. Fassart Option: lang. Idealer Ausgangshut „Vom Dach“ oder „Obere gewappnete Hut“

Von links oben,
Fassart primär: kurz. Fassart Option: ---Ausführung  mit lange Fassart nicht optimal. Idealer Ausgangshut „Vom Dach“ oder „Obere gewappnete Hut“

Dritter Stich


Vierter Stich


Von links unten, Fassart primär: kurz. Fassart Option: lang. Idealer Ausgangshut „Ebich“, „Zwiffelstich“ oder „Untere gewappnete Hut“

Von rechts unten, Fassart primär: lang. Fassart Option: --- Ausführung  mit kurze Fassart nicht optimal. Idealer Ausgangshut „Untere Hut“ oder „Mittlere Hut“



Zusammenhang Huten und Angriffen

Aus bestimmter Huten können nur ganz bestimmte Angriffe sinnvoll und schnell durchgeführt werden:

HUT

Mögliche Angriffspunkte

Vom Dach

1 + 2

Ebich

3 + 2

Untere Hut

4 + 1

Freie Hut

Alle, je nach Fassart

Zwiffelstich

Alle je nach dem welche Hand den Angriff führt

Mittlere Hut

4 + 1


Exercitium I

Gradus Primus: Alle Angriffe mit beiden Fassarten an eine stehenden und passiven Partnern üben. Stiche werden langsam in Bewusste Form durchgeführt.
Gradus Secundus: Alle Angriffe mit beiden Fassarten an eine stehenden und passiven Partnern üben. Stiche werden langsam in Bewusste Form durchgeführt. Ziel ist es mehrfachangriffe zu üben, wie z.B. nach eine Angriff 1 direkt in Fluss Angriff 3 auszuführen. Wechsel zwischen den beiden Fassarten sollen flüssig (aber sicher) durchgeführt werden.
Gradus Tertius: Wie Gradus Secundus, Partner trägt aber Fechtmaske und Körperschutz. Angriffe werden an eine sich bewegende Partner geübt.



Kapitel V

Block, Versatz und Gegenangriffe


Prolog

In Grundschule werden Blöcke und Versatzungen mit einem Schritt nach hinten ausgeführt. Dieser Schritt gibt dem reagierenden etwas Zeit den Angriff zu analysieren und der richtige Block zu stellen. Grundsätzlich ist der Angreifer immer etwas im Vorteil da er den Zeitpunkt und Ort des Angriffs wählt. Eine ausschließlich defensive Vorgehensweise ist daher meistens nicht erfolgreich. Ziel muss es sein das „Vor“ des Gegners zu brechen mit Hilfe des „Indes“ oder auch des „Nach“ um selbst ins „Vor“ zu kommen. Später, in Fortgeschrittener Phasen ist ein Schritt nach hinten Optional und kann -wenn der Situation erfordert- auch weggelassen oder durch Meid-Bewegungen ersetzt werden.
Gradus Primus beinhaltet zunächst alle Blocktechniken (mit und ohne Dolch) gegen alle 4 Angriffspunkte in Grundschule. Block erfolgt stets mit der eigenem Unterarm und idealer Weise mit gleichzeitige (indes) Störaktion durch die andere Hand, bzw. Dolch.
Fazit: Primäres Ziel ist es ein tödlicher Angriff abzuwehren, sich aus der Situation zu lösen und zu entkommen. Abwehr funktioniert unabhängig davon wie der Gegner seinen Dolch fasst. (kurz oder lang)
Gradus Secundus beinhaltet ebenso alle Blocktechniken (mit und ohne Dolch) gegen alle 4 Angriffspunkte in Grundschule. Störaktion durch die andere Hand, bzw. Dolch ist hier Pflicht. Desweiteren wird eine Gegentechnik auf der gleiche Seite durchgeführt.
Aus Sicht des Discupulus: erfolgt also ein Angriff auf meine linke Seite und ich blocke mit meinem linken Unterarm, muss ich auch eine Gegentechnik auf die linke Seite durchführen. Beispiele in Stoffsammlung weiter unten.
Fazit: Vorteil hierbei ist eine schnelle Ausführung und rasche Situationskontrolle, Nachteil kann aber durch die freie Hand des Gegners mittels Störaktionen entstehen. Abwehr ist abhängig davon wie der Gegner seinen Dolch fasst (kurz oder lang).
Gradus Tertius beinhaltet ebenso alle Blocktechniken (mit und ohne Dolch) gegen alle 4 Angriffspunkte in Grundschule. Störaktion durch die andere Hand, bzw. Dolch ist hier Pflicht. Desweiteren wird eine Gegentechnik auf der gegenüber liegende Seite durchgeführt. Aus Sicht des Discupulus: erfolgt also ein Angriff auf meine linke Seite und ich blocke mit meinem linken Unterarm, muss ich den gegnerische Arm (und Dolch) auf der rechte Seite überführen und eine Gegentechnik dort beenden. Beispiele in Stoffsammlung weiter unten. Fazit: Vorteil hierbei ist eine bessere Eigensicherung, da der Gegner durch unsere Seitenwechsel, bzw. Überführung seiner Hand (Dolch) keine Möglichkeiten mehr hat uns zu stören oder unsere Gegentechnik zu vereiteln. Nachteil ist eine vergleichsweise langsamere Ausführung, was aber mit zunehmender Übung ausgeglichen werden kann. Abwehr ist abhängig davon wie der Gegner seinen Dolch fasst (kurz oder lang).

Grundaufbau - Zusammenfassung

„Tres-Gradus-Methodus“
Exercitium I - DgD (Dolch gegen Dolch) - Fassart "Dolch kurz halten"
Gradus Primus: nur Abwehr ggf. mit Störaktion, möglich schnell lösen und Raum gewinnen
Gradus Secundus: Abwehr mit zwingende Störaktion (indes) und Gegentechnik auf der gleiche Seite (schnell, aber mit mäßigen Eigenschutz), Ziel ist es die Situation zu kontrollieren
Gradus Tertius: Abwehr mit zwingende Störaktion (indes) und Gegentechnik auf der andere Seite, Angreifende Arm wird umgelenkt. (langsam aber besserer Eigenschutz), Ziel ist es die Situation zu kontrollieren

Exercitium II - WgD (Waffenlos gegen Dolch) - Fassart "Dolch kurz halten"
Gradus Primus: nur Abwehr ggf. mit Störaktion, möglich schnell lösen und Raum gewinnen
Gradus Secundus: Abwehr mit zwingende Störaktion (indes) und Gegentechnik auf der gleiche Seite (schnell, aber mit mäßigen Eigenschutz), Ziel ist es die Situation zu kontrollieren
Gradus Tertius: Abwehr mit zwingende Störaktion (indes) und Gegentechnik auf der andere Seite, Angreifende Arm wird umgelenkt. (langsam aber besserer Eigenschutz), Ziel ist es die Situation zu kontrollieren

Exercitium III - WgW (Waffenlos gegen Waffenlos) - Fassart "Dolch kurz halten"
Gradus Primus: nur Abwehr ggf. mit Störaktion, möglich schnell lösen und Raum gewinnen
Gradus Secundus: Abwehr mit zwingende Störaktion (indes) und Gegentechnik auf der gleiche Seite (schnell, aber mit mäßigen Eigenschutz), Ziel ist es die Situation zu kontrollieren
Gradus Tertius: Abwehr mit zwingende Störaktion (indes) und Gegentechnik auf der andere Seite, Angreifende Arm wird umgelenkt. (langsam aber besserer Eigenschutz), Ziel ist es die Situation zu kontrollieren

Exercitium IV - DgD (Dolch gegen Dolch) - Fassart "Dolch lang halten"
Gradus Primus: nur Abwehr ggf. mit Störaktion, möglich schnell lösen und Raum gewinnen
Gradus Secundus: Abwehr mit zwingende Störaktion (indes) und Gegentechnik auf der gleiche Seite (schnell, aber mit mäßigen Eigenschutz), Ziel ist es die Situation zu kontrollieren
Gradus Tertius: Abwehr mit zwingende Störaktion (indes) und Gegentechnik auf der andere Seite, Angreifende Arm wird umgelenkt. (langsam aber besserer Eigenschutz), Ziel ist es die Situation zu kontrollieren

Exercitium V Unterschiedliche Situationen (z.B. Dolch gegen Dolch, Waffenlos gegen Dolch) - Fassart "beliebig" Diese Übungsform ist für Fortgeschrittene Schüler konzipiert und basiert auf der Annahme, dass der Gegner bei ansetzen eine Hebel oder Griff nicht immer widerstandslos einfach mitmacht, sondern eine Gegenaktion (Reaktion) zeigt. Auf diese veränderte Situation muss sich Discupulus unmittelbar einstellen und seine Ursprüngliche Technik (sinnvoll) verändern.

Stoffsammlung – Mögliche Ablauf für Grundschule gegen alle 4 Angriffspunkten

Exercitium I
I.I - ANGRIFF 1 - DgD (Dolch gegen Dolch) - Fassart "Dolch kurz halten"
Gradus Primus: Block, bzw. Versatzung erfolgt mit der eigenem Unterarm. Hand bleibt dabei offen (kein Faust), Arm fängt die gegnerische Energie auf, ohne dabei eine (gegen)Impuls abzugeben und der Angreifer dadurch eine weiter Angriff ermöglichen. Idealer Weise wird gleichzeitig (indes) eine Störaktion durch eigene Dolch geführt und dabei ein Stich zur Kopf oder andere Vitalpunkte abgegeben.



Talhoffer, Cod. Icon. 394a




Gradus Secundus: Block mit Störaktion. Waffenhand wird aktiv und zieht der gegnerische Ellenbogen Richtung eigene Körper und hebelt dadurch der Waffenarm des Gegners. „Einhaken“ in Ellenbogen kann dabei sowohl mit Pommel, wie aber auch mit der eigenen Klinge erfolgen. Anschließend (Verborgene Technik: eigene Ort wird zur hals des Gegners ausgerichtet und zugestochen) erfolgt ein Wurf zur Boden.

Talhoffer, Cod. Icon. 394a

Talhoffer, KK 5342

Joachim Meyer: „Gründtliche Beschreibung des Fechtens“ Dolch – Tafel B


Gradus Tertius: Block mit Störaktion. Eigene rechte Waffenhand überführt die gegnerische Waffenhand zur anderen Seite. Dadurch befreite, Waffenfreie Hand wird vor den eigenen Körper durchgestreckt um die gegnerischen Waffenarm daran zu hindern von unten weiterzustechen. Dadurch freigewordene eigene Waffenhand sticht dann (mehrfach) zu.
I.II - ANGRIFF 2 - DgD (Dolch gegen Dolch) - Fassart "Dolch kurz halten"
Gradus Primus: Block, bzw. Versatzung erfolgt mit der eigenem Waffenarm. Unterarm fängt die gegnerische Energie auf, ohne dabei eine (gegen)Impuls abzugeben und der Angreifer dadurch eine weiter Angriff ermöglichen. Ort des Dolches wird auf Gegner ausgerichtet (nicht zur Seite!) Idealer Weise wird gleichzeitig (indes) eine Störaktion durch eigene freie Hand geführt und dabei ein Fingerstich zur Gesicht oder ein Faußtstoß abgegeben. Beim Abzug kann ein kurzer Stich (Schnitt) zur gegnerischen Waffenhand geführt werden.
Gradus Secundus: Block mit Störaktion wie bei Gradus Primus. Freie linke Hand schlägt unmittelbar nach der Störaktion in den gegnerische Ellenbogen von oben und verursacht so eine starke beuge. Dabei reift die linke freie Hand in den eigene Rechte Unterarm und fixiert so der Waffenhand des Gegners.  Durch starke Zug nach unten links wird ein Hebel aufgebaut und ggf. der Gegner auf Boden geworfen.



Talhoffer, Ms. Chart. A 558



Gradus Tertius: Block mit Störaktion. Freie Hand greift von unten zur gegnerischen Waffenarm und überführt zur anderen Seite. Dabei der gegnerische Handgelenk fest fassen und Waffenarm des Gegners weiter, gegen Uhrzeigersinn verdrehen. Eigene Waffenhand Sticht dann zu, Abschluss mit mehrere Stücke möglich:

Talhoffer, Cod. Icon. 394a

Talhoffer, Cod. Icon. 394a

Talhoffer, Ms. Chart. A 558

I.III - ANGRIFF 3 - DgD (Dolch gegen Dolch) - Fassart "Dolch kurz halten"
Gradus Primus: Block, bzw. Versatzung erfolgt mit der eigenem Waffenarm. Unterarm fängt die gegnerische Energie auf, ohne dabei eine (gegen)Impuls abzugeben und der Angreifer dadurch eine weiter Angriff ermöglichen. Ort des eigenen Dolches steht ca. 90 Grad zur Gegner nach außen gerichtet. Idealer Weise wird gleichzeitig (indes) eine Störaktion durch eigene freie Hand geführt und dabei ein Fingerstich zur Gesicht oder ein Faußtstoß abgegeben. Beim Abzug kann ein kurzer Stich (Schnitt) zur gegnerischen Waffenhand geführt werden.
Gradus Secundus: Block mit Störaktion wie bei Gradus Primus. Eigener Dolch „klemmt“ gegnerischen Waffenarm am Handgelenk ein und zieht leicht nach Oben. Gleichzeitig (indes) führt der freie Hand (oder Unterarm) einen Schlag von Oben auf den gegnerischen Ellenbogen aus. Dies kann als „Bruch“ (also Ruckartig mit harten Schlag) ausgeführt werden, oder mit „Druck“ (also mit starken Druck zur Boden) als Demobilisierung ausgeführt und den Gegner so ins Bodenlage gebracht werden.


Talhoffer, Thott 290 2°

Talhoffer, Thott 290 2°


Gradus Tertius: Block mit Störaktion. Freie Hand greift von oben zur gegnerischen Waffenarm und überführt zur anderen Seite. Eigene Waffenhand Sticht dann zu, Abschluss wie bei ANGRIFF 4 möglich.

I.IV - ANGRIFF 4 - DgD (Dolch gegen Dolch) - Fassart "Dolch kurz halten"
Gradus Primus: Block, bzw. Versatzung erfolgt mit der eigenem Unterarm. Hand bleibt dabei offen (kein Faust), Arm fängt die gegnerische Energie auf, ohne dabei eine (gegen)Impuls abzugeben und der Angreifer dadurch eine weiter Angriff ermöglichen. Idealer Weise wird gleichzeitig (indes) eine Störaktion durch eigene Dolch geführt und dabei ein Stich zur Kopf oder andere Vitalpunkte abgegeben.
Gradus Secundus: Block mit Störaktion. Freie Hand wird von unten um den gegnerischem Waffenarm geschlungen, leichtem Zug nach hinten ausführen, eigene Schulter wird hochgezogen und so die gegnerischen, gestreckten Arme gehebelt. Waffenhand wird aktiv und zieht der gegnerische Ellenbogen Richtung eigene Körper und hebelt dadurch der Waffenarm des Gegners.
Heben kann ggf. bis zur Bodenlage des Gegners ausgeführt werden.



Talhoffer, Ms. Chart. A 558




Gradus Tertius: Block mit Störaktion. Eigene rechte Waffenhand überführt die gegnerische Waffenhand zur anderen Seite. Dadurch befreite, Waffenfreie Hand wird vor den eigenen Körper durchgestreckt um die gegnerischen Waffenarm daran zu hindern von unten weiterzustechen. Dadurch freigewordene eigene Waffenhand sticht dann (mehrfach) zu.
Exercitium II

I.I - ANGRIFF 1 - WgD (Waffenlos gegen Dolch)
Gradus Primus: Block, bzw. Versatzung erfolgt mit der eigenem Unterarm. Hand bleibt dabei offen (kein Faust), Arm fängt die gegnerische Energie auf, ohne dabei eine (gegen)Impuls abzugeben und der Angreifer dadurch eine weiter Angriff ermöglichen. Hierbei muss gleichzeitig (indes) eine Störaktion durch eigene freie Hand geführt und dabei ein Fingerstich zur Gesicht oder eine Fauststoß abgegeben.


Gradus Secundus: Block mit Störaktion. Rechte Hand wird aktiv und zieht der gegnerische Ellenbogen Richtung eigene Körper und hebelt dadurch der Waffenarm des Gegners. Anschließend erfolgt ein Wurf zur Boden.

Talhoffer, Cod. Icon. 394a

Talhoffer, KK 5342

Joachim Meyer: „Gründtliche Beschreibung des Fechtens“ Dolch – Tafel B


Gradus Tertius: Block mit Störaktion. Eigene rechte Hand überführt die gegnerische Waffenhand zur anderen Seite. Dabei greift die rechte Hand das Handgelenk der Gegnerischen Waffenhand und zieht nach unten. Abschlussmöglichkeiten:  
Mutatio1: eigene linke Hand geht zur Ellenbogen des gegnerische Waffenarms und überstreckt (oder bricht) dann dies.
Mutatio2: eigene linke Hand geht zur Handgelenk des gegnerische Waffenarms und überstreckt (oder bricht) dann das Arm durch Körperstreckhebel. Dies ist sogar bis ins Bodenlage möglich.


Talhoffer, Thott 290 2°
Mutatio 1

Talhoffer, Thott 290 2°
Mutatio 2



I.II - ANGRIFF 2 - WgD (Waffenlos gegen Dolch)
Gradus Primus: Block, bzw. Versatzung erfolgt mit der eigenem Unterarm. Unterarm fängt die gegnerische Energie auf, ohne dabei eine (gegen)Impuls abzugeben und der Angreifer dadurch eine weiter Angriff ermöglichen. Idealer Weise wird gleichzeitig (indes) eine Störaktion durch eigene freie Hand geführt und dabei ein Fingerstich zur Gesicht oder ein Faußtstoß abgegeben.

Gradus Secundus: Block mit Störaktion wie bei Gradus Primus. Die rechte Hand greift das Handgelenk der Gegnerischen Waffenhand und zieht nach unten. Abschlussmöglichkeiten:  
Mutatio1: eigene linke Hand geht zur Ellenbogen des gegnerische Waffenarms und überstreckt (oder bricht) dann dies.
Mutatio2: eigene linke Hand geht zur Handgelenk des gegnerische Waffenarms und überstreckt (oder bricht) dann das Arm durch Körperstreckhebel. Dies ist sogar bis ins Bodenlage möglich.


Talhoffer, Thott 290 2°
Mutatio 1

Talhoffer, Thott 290 2°
Mutatio 2



Gradus Tertius: Block mit Störaktion. Linke Hand greift von unten zur gegnerischen Waffenarm und überführt zur anderen Seite. Dabei der gegnerische Handgelenk fest fassen und Waffenarm des Gegners weiter, gegen Uhrzeigersinn verdrehen. Frei Hand Stört erneut und setzt von innen auf den Ellenbogen des gegnerischen Waffenarms auf, greift den eigenen Unterarm fest und führt ein Bruch, bzw. Wurf nach hinten, unten aus.



Talhoffer, Ms. Chart. A 558



I.III - ANGRIFF 3 - WgD (Waffenlos gegen Dolch)
Gradus Primus: Block, bzw. Versatzung erfolgt mit der eigenem Waffenarm. Unterarm fängt die gegnerische Energie auf, ohne dabei eine (gegen)Impuls abzugeben und der Angreifer dadurch eine weiter Angriff ermöglichen. Idealer Weise wird gleichzeitig (indes) eine Störaktion durch eigene freie Hand geführt und dabei ein Fingerstich zur Gesicht oder ein Faußtstoß abgegeben.
Gradus Secundus: Block mit Störaktion wie bei Gradus Primus. Eigener linke Hand geht zur gegnerischen Ellenbogen und kontrolliert mit „C-Griff“, bzw. drückt leicht nach außen. Gleichzeitig geht meine rechte Hand zur Kopf des Gegners und ebenso gleichzeitig bewege ich mich hinter den Gegner und beende die Aktion mit einer Rückriss.



Talhoffer, Cod. Icon. 394a




Gradus Tertius: Block mit Störaktion. Freie Hand greift von oben zur gegnerischen Waffenarm und überführt zur anderen Seite. Eigene Waffenhand Sticht dann zu, Abschluss wie bei ANGRIFF 4 möglich.
I.IV - ANGRIFF 4 - WgD (Waffenlos gegen Dolch)
Gradus Primus: Block, bzw. Versatzung erfolgt mit der eigenem Unterarm. Hand bleibt dabei offen (kein Faust), Arm fängt die gegnerische Energie auf, ohne dabei eine (gegen)Impuls abzugeben und der Angreifer dadurch eine weiter Angriff ermöglichen. Idealer Weise wird gleichzeitig (indes) eine Störaktion durch eigene freie Hand geführt und dabei ein Fingerstich zur Gesicht oder ein Faußtstoß abgegeben.
Gradus Secundus: Block mit Störaktion. Freie, rechte Hand greift von unten seitlich in gegnerische Ellenbogen (C-Griff) und drückt Ihn kräftig nach oben. Dadurch entsteht eine starke Beugung des gegnerischen Waffenarms, eigene linke Hand führt dabei die gegnerische Hand auch nach oben und die ganze Aktion endet in einem Kreuzfesselgriff.


Gradus Tertius: Block mit Störaktion wie bei Gradus Primus. Eigene rechte Hand greift von oben in Waffenhand des Gegners und überführt auf der andere Seite. Dadurch befreite eigener linke Hand geht zur gegnerischen Ellenbogen und kontrolliert mit „C-Griff“, bzw. drückt leicht nach außen. Gleichzeitig geht meine rechte Hand zur Kopf des Gegners und ebenso gleichzeitig bewege ich mich hinter den Gegner und beende die Aktion mit einer Rückriss.



Talhoffer, Cod. Icon. 394a




Exercitium III
I.I - ANGRIFF 1 - WgW (Waffenlos gegen Waffenlos)
Gradus Primus: siehe Exertitium II
Gradus Secundus: siehe Exertitium II
Gradus Tertius: Block mit Störaktion wie bei Gradus Primus. Rechte Hand überführt gegnerische Angriffshand auf die andere Seite. Dabei greift der eigenen rechte Hand des Handgelenks des Gegners und zieht ihn nach unten. Gleichzeitig (indes) führt die linke Hand (oder Unterarm) einen Schlag von Oben auf den gegnerischen Ellenbogen aus. Dies kann als „Bruch“ (also Ruckartig mit harten Schlag) ausgeführt werden, oder mit „Druck“ (also mit starken Druck zur Boden) als Demobilisierung ausgeführt und den Gegner so ins Bodenlage gebracht werden.


Talhoffer, Thott 290 2°

Talhoffer, Thott 290 2°


I.II - ANGRIFF 2 - WgW (Waffenlos gegen Waffenlos)
Gradus Primus: Block, bzw. Versatzung erfolgt mit der eigenem Unterarm. Unterarm fängt die gegnerische Energie auf, ohne dabei eine (gegen)Impuls abzugeben und der Angreifer dadurch eine weiter Angriff ermöglichen. Idealer Weise wird gleichzeitig (indes) eine Störaktion durch eigene freie Hand geführt und dabei ein Fingerstich zur Gesicht oder ein Faußtstoß abgegeben.
Gradus Secundus: Block mit Störaktion wie bei Gradus Primus. Die rechte Hand greift das Handgelenk der Gegnerischen Waffenhand und zieht nach unten. Abschlussmöglichkeiten:  
Mutatio1: eigene linke Hand geht zur Ellenbogen des gegnerische Angriffsarms und überstreckt (oder bricht) dann dies.
Mutatio2: eigene linke Hand geht zur Handgelenk des gegnerische Angriffsarms und überstreckt (oder bricht) dann das Arm durch Körperstreckhebel. Dies ist sogar bis ins Bodenlage möglich.


Talhoffer, Thott 290 2°
Mutatio 1

Talhoffer, Thott 290 2°
Mutatio 2



Gradus Tertius: Block mit Störaktion. Linke Hand greift von unten zur gegnerischen Waffenarm und überführt zur anderen Seite. Dabei der gegnerische Handgelenk fest fassen und Waffenarm des Gegners weiter, gegen Uhrzeigersinn verdrehen. Frei Hand Stört erneut und setzt von innen auf den Ellenbogen des gegnerischen Waffenarms auf, greift den eigenen Unterarm fest und führt ein Bruch, bzw. Wurf nach hinten, unten aus.



Talhoffer, Ms. Chart. A 558




I.III - ANGRIFF 3 - WgW (Waffenlos gegen Waffenlos)
Gradus Primus: Block, bzw. Versatzung erfolgt mit der eigenem Unterarm. Unterarm fängt die gegnerische Energie auf, ohne dabei eine (gegen)Impuls abzugeben und der Angreifer dadurch eine weiter Angriff ermöglichen. Idealer Weise wird gleichzeitig (indes) eine Störaktion durch eigene freie Hand geführt und dabei ein Fingerstich zur Gesicht oder ein Faußtstoß abgegeben.
Gradus Secundus: Block mit Störaktion wie bei Gradus Primus. Eigener rechte Hand geht nach erfolgreiche Block direkt, eng zur Hals des Gegners von außen in ca. 45 Grad nach oben gerichtet. Linke Hand drückt dabei der gegnerischen Ellenbogen leicht nach außen. Eigene Linke Hand wird jetzt gelöst und wird von außen um den Gegnerische Hals gelegt, ich fasse beide meiner Hände zusammen und Würge des Gegners frei. Besonderheit dabei: sein vordere Angriffsarm wird dabei mit eingeklemmt.

Gradus Tertius: Block mit Störaktion. Freie Hand greift von oben zur gegnerischen Angriffsarm und überführt zur anderen Seite. Eigene rechte Hand Stört weiter, Abschluss wie bei ANGRIFF 4 möglich.
I.IV - ANGRIFF 4 - WgW (Waffenlos gegen Waffenlos)
Gradus Primus: Block, bzw. Versatzung erfolgt mit der eigenem Unterarm. Hand bleibt dabei offen (kein Faust), Arm fängt die gegnerische Energie auf, ohne dabei eine (gegen)Impuls abzugeben und der Angreifer dadurch eine weiter Angriff ermöglichen. Idealer Weise wird gleichzeitig (indes) eine Störaktion durch eigene freie Hand geführt und dabei ein Fingerstich zur Gesicht oder ein Faußtstoß abgegeben.
Gradus Secundus: Block mit Störaktion. Freie, rechte Hand greift von unten seitlich in gegnerische Ellenbogen (C-Griff) und drückt Ihn kräftig nach oben. Dadurch entsteht eine starke Beugung des gegnerischen Angriffsarms, eigene linke Hand führt dabei die gegnerische Hand auch nach oben und die ganze Aktion endet in einem Kreuzfesselgriff.
Gradus Tertius: Block mit Störaktion wie bei Gradus Primus. Eigene rechte Hand greift von oben in Waffenhand des Gegners und überführt auf der andere Seite. Dadurch befreite eigener linke Hand geht zur gegnerischen Ellenbogen und kontrolliert mit „C-Griff“, bzw. drückt leicht nach außen. Gleichzeitig geht meine rechte Hand zur Kopf des Gegners und ebenso gleichzeitig bewege ich mich hinter den Gegner und beende die Aktion mit einer Rückriss.



Talhoffer, Cod. Icon. 394a




Exercitium IV
I.I - ANGRIFF 1 - DgD (Dolch gegen Dolch) - Fassart "Dolch lang halten"
Gradus Primus: Block, bzw. Versatzung erfolgt mit der eigenem Unterarm. Hand bleibt dabei offen (kein Faust), Arm fängt die gegnerische Energie auf, ohne dabei eine (gegen)Impuls abzugeben und der Angreifer dadurch eine weiter Angriff ermöglichen. Idealer Weise wird gleichzeitig (indes) eine Störaktion durch eigene Dolch geführt und dabei ein Stich zur Bauch oder andere Vitalpunkte abgegeben.
Gradus Secundus: gleiche Ablauf wie bei Exertitium I – I.I
Gradus Tertius: gleiche Ablauf wie bei Exertitium I – I.I


I.II - ANGRIFF 2 - DgD (Dolch gegen Dolch) - Fassart "Dolch lang halten"
Gradus Primus: Block, bzw. Versatzung erfolgt mit der eigenem Unterarm. Hand bleibt dabei offen (kein Faust), Arm fängt die gegnerische Energie auf, ohne dabei eine (gegen)Impuls abzugeben und der Angreifer dadurch eine weiter Angriff ermöglichen. Idealer Weise wird gleichzeitig (indes) eine Störaktion durch eigene freie Hand geführt und dabei ein Fingerstich zur Gesicht oder ein Faußtstoß abgegeben.
Gradus Secundus: Block mit Störaktion wie bei Gradus Primus. Freie Hand sichert gegnerischer Waffenarm durch C-griff, eigene Waffenhand stößt zu. Abzug Richtung Rücken des Gegners.
Gradus Tertius: gleiche Ablauf wie bei Exertitium I – I.II


I.III - ANGRIFF 3 - DgD (Dolch gegen Dolch) - Fassart "Dolch lang halten"
Gradus Primus: Block, bzw. Versatzung erfolgt mit der eigenem Unterarm. Hand bleibt dabei offen (kein Faust), Arm fängt die gegnerische Energie auf, ohne dabei eine (gegen)Impuls abzugeben und der Angreifer dadurch eine weiter Angriff ermöglichen. Idealer Weise wird gleichzeitig (indes) eine Störaktion durch eigene freie Hand geführt und dabei ein Fingerstich zur Gesicht oder ein Faußtstoß abgegeben.
Gradus Secundus: gleiche Ablauf wie bei Exertitium I – I.III
Gradus Tertius: gleiche Ablauf wie bei Exertitium I – I.III


I.IV - ANGRIFF 4 - DgD (Dolch gegen Dolch) - Fassart "Dolch lang halten"
Gradus Primus: Block, bzw. Versatzung erfolgt mit der eigenem Unterarm. Hand bleibt dabei offen (kein Faust), Arm fängt die gegnerische Energie auf, ohne dabei eine (gegen)Impuls abzugeben und der Angreifer dadurch eine weiter Angriff ermöglichen. Idealer Weise wird gleichzeitig (indes) eine Störaktion durch eigene Dolch geführt und dabei ein Stich zur Bauch oder andere Vitalpunkte abgegeben.
Gradus Secundus: gleiche Ablauf wie bei Exertitium I – I.IV
Gradus Tertius: gleiche Ablauf wie bei Exertitium I – I.IV


Exercitium V
(Einige Beispiele, weitere Stücke in Eigenentwicklung möglich bzw. gewünscht)
I.I - ANGRIFF 1 - DgD (Dolch gegen Dolch) - Fassart "Dolch lang halten"
Block mit Störaktion. Waffenhand wird aktiv und zieht der gegnerische Ellenbogen Richtung eigene Körper und hebelt dadurch der Waffenarm des Gegners. „Einhaken“ in Ellenbogen kann dabei sowohl mit Pommel, wie aber auch mit der eigenen Klinge erfolgen.
GEGENTECHNIK (Reaktion): Magister streckt sein Arm in Moment des Beugehebels stark durch.
WEITERFÜHRUNG: flüssiger Übergang in Gradus Tertius, eigene rechte Waffenhand überführt die gegnerische Waffenhand zur anderen Seite und beendet mit ein weitere Hebel oder Stich. (Analog I.III)


I.II - ANGRIFF 2 - DgD (Dolch gegen Dolch) - Fassart "Dolch lang halten"
Freie linke Hand schlägt unmittelbar nach der Störaktion in den gegnerische Ellenbogen von oben und verursacht so eine starke beuge. Dabei reift die linke freie Hand in den eigene Rechte Unterarm und fixiert so der Waffenhand des Gegners.  Durch starke Zug nach unten links wird ein Hebel aufgebaut.
GEGENTECHNIK (Reaktion): Magister streckt sein Arm in Moment des Beugehebels stark durch.
WEITERFÜHRUNG: flüssiger Übergang: eigene linke Waffenfreie Hand greift zur Ellenbogen des Gegner, während der eigene rechte Hand den gegnerische Handgelenk blockiert (mit oder ohne Waffe). Mittels starken Drucks nach unten wird ein Armstreckhebel aufgebaut. (Analog I.III)


I.III - ANGRIFF 3 - DgD (Dolch gegen Dolch) - Fassart "Dolch lang halten"
Eigener Dolch „klemmt“ gegnerischen Waffenarm am Handgelenk ein und zieht leicht nach Oben. Gleichzeitig (indes) führt der freie Hand (oder Unterarm) einen Schlag von Oben auf den gegnerischen Ellenbogen aus.
GEGENTECHNIK (Reaktion): Magister zieht sein Arm in Moment des Streckhebels stark zur eigenen Körper.
WEITERFÜHRUNG: flüssiger Übergang: eigene linke Waffenfreie Hand greift zur Ellenbogen des Gegner, während der eigene rechte Hand den gegnerische Handgelenk weiterhin (mit oder ohne Waffe) kontrolliert. Mittels starken Drucks Kreisförmig in Uhrzeigersinn wird eine „Kreuzfesselgriff“ aufgebaut.  


I.IV - ANGRIFF 4 - DgD (Dolch gegen Dolch) - Fassart "Dolch lang halten"
Freie Hand wird von unten um den gegnerischem Waffenarm geschlungen, leichtem Zug nach hinten ausführen, eigene Schulter wird hochgezogen und so die gegnerischen, gestreckten Arme gehebelt.
GEGENTECHNIK (Reaktion): Magister zieht sein Arm in Moment des Streckhebels stark zur eigenen Körper.
WEITERFÜHRUNG: flüssiger Übergang: eigene rechte Waffenhand greift hinter der Ellenbogen des Gegner, während der eigene linke Hand den gegnerische Arm weiterhin kontrolliert. Mittels starken Drucks Kreisförmig in Uhrzeigersinn wird eine „Kreuzfesselgriff“ aufgebaut.  Hier auf gegnerische Waffe achten.


© Copyright by Henrik Gyarmati – www.drey-wunder.de

Nachdruck, Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung durch Henrik Gyarmati

Bildquellen:

  • Talhoffer, Cod. Icon. 394a

  • Talhoffer, Thott 290 2°

  • Talhoffer, Ms. Chart. A 558

  • Talhoffer, KK 5342

  • Joachim Meyer: „Gründtliche Beschreibung des Fechtens“ Dolch

  • Paulus Hector Mair, BSB Cod.icon. 393